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Preserving and Protecting Traditional Knowledge for the Future
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Opening ceremony at the Salone del Gusto e Terra Madre: register on-line!
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"Foods that change the world" on display in piazza Carignano
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Cooking without waste: The Fifth Quarter: a treasure trove to discover
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12/09/2012
Between Taste and Research: The Projects of Reale Casadonna and the Secrets of the Nordic Food Lab
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Une conversation avec Olivier Krug, le visionnaire du champagne
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Don’t miss the Slow Wine 2013 taste workshop at Salone del Gusto and Terra Madre!
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- 08/06/2012
in collaboration with:
Salone del Gusto - Terra Madre

Das von den Göttern gesandte Schaf
Nur die Genetik der Tierrasse zu bewahren, wäre nichts anderes als ein Museumsstück zu bewahren. Die Hispano- und Navajo-Gemeinschaften wollten mehr: Dank der technischen Unterstützung von Slow Food und American Livestock Breeds Conservancy, konnte sich ein Absatzmarkt für die besondere Wolle, sowie für den Hammel und das Lamm aus Weidehaltung entwickeln. Ein Museumsstück, das in den Kulturen und den Küchen wieder zum Leben erweckt wurde!
Gary Paul Nabhan, Wissenschaftler und Schriftsteller
Solange wir das Schaf haben, werden wir keinen Hunger leiden und nie arm sein, weil es uns von Gott geschenkt wurde.
Jay Begay Jr, Züchter des Navajo-Churro-Schafs
Jahrhunderte lang hat das Schaf Navajo-Churro den hispanischen Volksstämmen der Pueblo und Diné im Südwesten der USA den Unterhalt gesichert. Bei den Diné wird das Tier als heilig betrachtet, und kein Teil davon
darf verschwendet werden. Die Navajo-Churro-Schafe weiden frei und nähren sich von saisonalen Gräsern und Kräutern, die ihrem mageren Fleisch einen besonderen Geschmack verleihen. Das vielfarbige Fell ist ideal zum Weben geeignet. Es handelt sich um die älteste Schafrasse Nordamerikas, die trotz großer Schwierigkeiten seit über 400 Jahren überlebt hat. «Das Schaf ist Leben», sagt Jay Begay Jr., ein Hirte im Navajo-Reservat, der seine Schafe nach Praktiken aufzieht, die ihm von seiner Großmutter überliefert wurden. Roy Kady hingegen, ebenfalls Hirte und Webermeister in der Gemeinschaft T’iis Nazbas (Teec Nos Pos), hat die Arbeit von seiner Mutter Mary Clah, die, um die Familientradition fortzuführen, niemals die Schule besuchte, erlernt. Jay und Roy sind nur zwei der Hirten, die sich für die Erhaltung der Rasse mit über Generationen überlieferten Methoden einsetzen.
Die legendäre Widerstandskraft dieser Schafrasse ist für die Navajo eine große Inspirationsquelle. Man geht davon aus, dass die Vorfahren der Navajo auf der Suche nach neuen Jagdtieren – darunter das „Big Horn“ Schaf – bis nach Südwesten vorgedrungen sind. Die Legende besagt, dass die Rasse von den Göttern gesandt wurde – mit dem Versprechen, dass die Menschen eine domestizierte Form erben würden. Als der Entdecker Don Juan de Onate während der spanischen Kolonisierung am Ende des 16. Jahrhunderts das Churro-Schaf nach Amerika
brachte, schien sich die Prophezeiung zu erfüllen. Dank der Pflege der Navajo passte sich die Rasse den – Mesas genannten – halbtrockenen Ebenen und den felsigen Canyons der Hochebene Colorados gut an. Dennoch war die Rasse zweimal vom Aussterben bedroht. Im Jahr 1863 wurde das Volk der Navajo zum Feind der Vereinigten Staaten erklärt, und die Regierung entsandte Kit Carson, um die Stämme zu besiegen, ihre Ernte zu verbrennen und die Churro-Herden auszurotten. Glücklicherweise gelang es einigen Familien zu fliehen und sich mit den überlebenden Exemplaren in entlegenen Canyons zu verstecken.
Kit Carson and catastrophe
In den 1930er Jahren wurde die Reduzierung der Tierbestände angeordnet, um die Erosion durch die Dust Bowls, die großen Sandstürme, die durch falsche Agrartechniken verursacht wurden, zu verringern. Die Churro wurden durch schneller wachsende Rassen ersetzt – dies waren jedoch anfälliger für Krankheiten und hatten obendrein ein kurzes, fettes Fell, das sich nicht zum Weben eignete. Jahre später erkannte das USDA (das amerikanische Landwirtschaftsministerium) die Churro als geeignetste Rasse für die trockenen Gebiete an – doch der kulturelle Wert ging verloren. Die Rasse wurde nur zum Zweck der Kreuzung erhalten. Schließlich wurden die Forschungen des USDA aufgegeben und die Schafe vernachlässigt. In den 70er Jahren begann der junge Professor Lyle
McNeal, Exemplare aus abgelegenen Gebieten in Kalifornien und im Reservat der Navajo zu sammeln. Mit über 5000 Stück, die heute in den USA registriert sind, unterstützt das Navajo Sheep Project von McNeal die Rasse und die damit verbundenen Traditionen der Hispanics und Pueblo-Indianer. 2006 erkannte die Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt den hohen kulturellen Wert des Fleischs der Navajo-Churro-Rasse und nahm sie als Presidio auf. Dadurch soll ein Markt geschaffen und in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Bedeutung der Rasse geweckt werden. Von Beginn an hat das Presidio Hirten einbezogen, die ihr Fleisch an lokale Köche verkaufen konnten. Mit der Strategie des Direktverkaufs – vor allem an jene Köche und Gastronomiebetriebe, die an der Verwertung des ganzen Tieres interessiert sind – begann das Presidio das Lamm als kulinarische Ressource mit einem vorteilhaften Preis für die Erzeuger in den Handel zu bringen. Außerdem hilft es bei der Suche nach Finanzierungen, um den Absatz zu entwickeln und die Weiden zu verbessern. Die Züchter des Presidio befolgen die spezifischen Regeln der traditionellen Zuchtmethoden der Diné, welche die Weidehaltung im Freien vorsieht und die Verwendung von Antibiotika und das Füttern mit Mais verbietet. Zusammen mit Slow Food Northern Arizona werden gemeinsame Essen, Geschmackserlebnisse, Führungen in Agritourismusbetrieben und Veranstaltungen organisiert, die dazu dienen sollen, das Lamm in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und Erzeugern und Köchen ein nützliches Feedback zu vermitteln. 2007 hat Gay Chanler den Kurzfilm A Gift from Talking God: The Story of the Navajo Churro (Ein Geschenk des sprechenden Gottes: Die Geschichte des Navajo-Churro-Schafs) koproduziert – ein weiteres wirksames und anerkanntes Mittel, um die Kultur dieser einzigartigen, seltenen Rasse zu verbreiten.
Der Artikel wird von Slow Food Almanach 2010 entnommen






