Facebook Twitter Youtube Instagram Pinterest

Ein afrikanischer Nutzgarten in Turin

Ein afrikanischer Nutzgarten in Turin Die Besucher vom Salone del Gusto und Terra Madre 2012 können zwischen Bananen und Vetiver, zwischen Hibiskusblüten und Papayabäumen herumspazieren und sich das Projekt der Tausend Gärten in Afrika aus der Nähe anschauen.
Eine ausgefallene Idee, ein verrücktes Vorhaben. Einen afrikanischen Garten im herbstlich grauen Piemont anlegen. Die letzte Seite einer Geschichte, die Slow Food in den letzten beiden Jahren in jede Ecke und an jeden Winkel der Welt gebracht hat, um Tausend Gärten in Afrika anzulegen. Wie kann man ein so weitreichendes und wichtiges Projekt auf dem Salone del Gusto und Terra Madre vorstellen? Sicher nicht mit Tafeln, Wörtern, Fotografien. Eine Weile lang haben wir Lösungen erwogen wie Container mit afrikanischem Obst und Gemüse zu importieren, oder Marmeladen, Säfte und getrocknete Gemüse auszustellen. Dann kam uns eine Idee, die anfangs ziemlich verrückt erschien: einen großen afrikanischen Nutzgarten in Turin anlegen. Den Besuchern die Möglichkeit geben, die Pflanzen zu sehen und dazwischen herumzulaufen. Die Blattgemüsesorten (in Afrika isst man die Blätter von Kartoffel, Kürbis, Amaranth, Maniok,…) und die Heilkräuter kennenzulernen, und zu erfahren, mit welchen Nutzpflanzen man Schädlinge bekämpfen kann (z.B. Vetiver). Aus der Nähe ein Samenbeet zu beobachten und die Kreuzung zweier Produkte, Düngemittel ohne chemische Substanzen kennenzulernen; zu lernen, wie man Tröpfchenbewässerung durchführen kann, ohne kostenintensive Ausrüstung zu benötigen, sondern mit uralten Methoden (wie Tongefäße mit Löchern) oder neuen Techniken (recycelte Flaschen an einen Faden hängen); Umzäunungen ohne Netz und Zement herzustellen, sondern aus dem, was man rund um den Garten findet: Zweige, Palmblätter, Bambus, Dornbüsche.
Kurz gesagt: ein großer didaktischer Nutzgarten im Oval, im Herzen des afrikanischen Ausstellungsbereichs.
Ein 400 Quadratmeter großer Raum, gefüllt mit Erde und durchzogen von einigen Pfaden, wo die Pflänzchen, die Fruchtbäume, die Samenbeete und der Komposter angelegt werden… Der afrikanische Nutzgarten repräsentiert alle 25 Länder, die an dem Projekt mitwirken, und damit auch kein spezielles: dort werden Produkte und Techniken zusammengebracht, die in der Natur aufgrund der verschiedenen Breitengrade und der jahreszeitlichen Wachstumsphasen nicht nebeneinander existieren könnten.
Die Entstehung dieses Gartens ist dem Einsatz von Alda Garro zu verdanken, die in ihrem Landwirtschaftbetrieb in Peveragno (Provinz Cuneo), seit Monaten sät und die bizarrsten Sorten wachsen lässt, damit sie Ende Oktober bereit sind. Unterstützt wird sie dabei von drei Agrarwissenschaftlern: Ezio Giraudo, Francesco Sottile und Cristiana Peano. Eine gerechtfertigte Ausnahme, nur für ein einziges Mal, um den biologischen Artenreichtum dieses außergewöhnlichen Kontinents kennen und verstehen zu lernen, von dem wir alle abstammen.

Auszug aus „Ein afrikanischer Nutzgarten in Turin” von Serena Milano, veröffentlicht in itaiienischen Slowfood Magazin Nr.55

 

SEARCH AN EVENT...

Advanced search