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Preserving and Protecting Traditional Knowledge for the Future
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Opening ceremony at the Salone del Gusto e Terra Madre: register on-line!
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02/10/2012
"Foods that change the world" on display in piazza Carignano
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Cooking without waste: The Fifth Quarter: a treasure trove to discover
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12/09/2012
Between Taste and Research: The Projects of Reale Casadonna and the Secrets of the Nordic Food Lab
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Une conversation avec Olivier Krug, le visionnaire du champagne
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Don’t miss the Slow Wine 2013 taste workshop at Salone del Gusto and Terra Madre!
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- 08/06/2012
- 08/06/2012
in collaboration with:
Salone del Gusto - Terra Madre

Green Pippin wächst in New York
Der Hausapfel (Malus pumila oder Malus domestica) ist eine der Tafelsorten mit den meisten Varietäten weltweit. Allein in den Vereinigten Staaten wurden im Laufe der Geschichte 15 bis 16.000 Sorten angebaut. Heutzutage
verfügen die Landwirte jedoch nur noch über 3000 Sorten; die restlichen 80% sind fast ganz ausgestorben oder zumindest nicht mehr im Handel. In den Vereinigten Staaten machen 11 Sorten einen Anteil von 90% der verkauften Äpfel aus, der Red Delicious dominiert dabei den Markt mit 41% der Gesamtproduktion (rund 11 Milliarden Kilogramm).
Und diese Situation findet man fast überall wieder. Die piemontesischen Apfelbauern haben diesen Artenverlust im Rahmen von Terra Madre 2010 gut veranschaulicht. Sie haben an einem Tischende kreisförmig 500 traditionelle italienische Apfelsorten ausgestellt; am anderen Tischende sah man die fünf Sorten, die als einzige auf dem Markt präsent sind und die in Norditalien und Amerika die höchsten Verkaufszahlen haben: Red Delicious, Gala, Golden Delicious, Granny Smith und Fuji.
Die unmittelbarste Folge dieser Artenverarmung ist die Verbreitung eines eintönigen Geschmacks. Diese Äpfel wurden nicht aufgrund ihres besonderen Aromas oder für eine besondere Verwendung ausgewählt, sondern weil sie süß, widerstandsfähig genug für den Transport und lange haltbar sind.
Aber der Erhalt der bestehenden Sorten ist auch aus anderen Gründen wichtig: um die ethnischen, historischen und kulturellen Traditionen zu bewahren; um auf den Feldern die genetische Vielfalt zu erhalten; um die Sorten zu schützen, die am besten an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind (und daher weniger chemischer Behandlung bedürfen) und um die Vielfalt des Geschmacks zu erweitern, sowohl für uns selbst als auch für die zukünftigen Generationen.
Civic Fruit
In den USA wurden in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen gestartet, um das Interesse für die Äpfel wieder zu wecken, und Slow Food hat dabei auf verschiedenen Ebenen mitgewirkt. Beispielsweise mit einem Presidio in Nordkalifornien, das den Anbau und die Verwendung des Apfels Sebastopol Gravenstein bewahren und fördern
soll. Der Gravenstein kam um 1820 nach Kalifornien, noch in den siebziger Jahren wurde die nördliche Grafschaft Sonoma als Welthauptstadt des Gravenstein-Apfels angesehen. Heutzutage wird ein Großteil des Gebiets jedoch mit gewinnträchtigeren Traubensorten bepflanzt. Nur ein Dutzend Landwirte bauen auf einer Fläche von ca. 350 Hektar noch den Gravenstein an. Von den 40 Unternehmen, die die Sorte 1958 verarbeiteten, gibt es heute nur noch einen größeren Betrieb, der die Äpfel im Spätsommer kauft, um daraus Säfte, Saucen und Essig herzustellen. Es ist den Anstrengungen zahlreicher Partnergruppen des Presidio zu verdanken, darunter regionale Köche und das Slow Food Convivium Russian River, dass dieser Apfel – eine durch das Klima und die Wachstumsbedingungen nur kurze Zeit verfügbare Spezialität mit einzigartigem Geschmack und hervorragender Qualität – wirkungsvoll gefördert und vermarktet wird.
Man könnte viele weitere Beispiele für lokale Projekte in den Vereinigten Staaten anführen, wie die Organisation CROP (Chicago Rarities Orchards Project), deren Ziel es ist, im städtischen Raum Obstgärten mit historischen Sorten anzulegen, oder Boston Tea Party, eine aktuelle Initiative, die in jedem öffentlichen Park Bostons ein Paar traditionelle Apfelbäume anpflanzen möchte. Slow Food New York City hat sich nachhaltig dafür eingesetzt, die autochthone Apfelsorte Green Newtown Pippin in die Internationale Arche des Geschmacks aufzunehmen, zu fördern und auf den öffentlichen Grünflächen der ganzen Stadt anzupflanzen. Die RAFT Alliance (Renewing America’s Food Traditions Alliance) hat einige der renommiertesten Apfelfachleute des Landes zu einer Reihe
von Lehrsymposien zusammengebracht, darunter eins in Zusammenarbeit mit Studenten der Landschaftsarchitektur an der University of Maryland, um einen „Obstgarten der Tradition” zu entwickeln und auf dem Gelände der National Agricultural Library anzulegen.
Überall in den USA ist ein verstärktes Interesse für die historischen Apfelsorten zu spüren. Vielleicht wird es einige Jahre dauern, bis diese Initiativen Früchte tragen, in jedem Fall lohnt es sich aber, auf die hervorragende Ernte zu warten.
Ben Watzon
Der Artikel wird von Slow Food Almanach 2011 entnommen






