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Mehr als Schachteln!

Die Aussteller von Salone del Gusto und Terra Madre überbieten sich fast dabei zu zeigen, dass auch die traditionellen Produkte Innovationen brauchen, um wirklich umweltfreundliche Verpackungen zu garantieren. Auf der Messe in Turin Lingotto wird daher der Preis SlowPack 2012 verliehen….


Verpackungsmaterial zählt zu den Hauptabfallquellen im Haushalt. Wie können wir Konservendosen, Plastik und Verpackungen vermeiden, von denen die Supermärkte voll sind? 

Mit SlowPack, dem ersten Preis für innovative und nachhaltige Verpackungen, öffnet Slow Food die Pforten für neue Ideen. Der Wettbewerb wird zeitgleich zum Salone del Gusto und Terra Madre abgehalten und steht allen Erzeugern offen, die ihre Produkte auf dem Salone ausstellen. 

Ziel des Preises ist es, über die Auswirkungen nachzudenken, die traditionelle Verpackungen auf die Umwelt und auf die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln haben. 

Seit einigen Jahren sind die Erzeuger des Slow Food-Netzwerks dabei, ökologische und innovative Verpackungen auszuarbeiten. 

In Kampanien benutzen einige Erzeuger beispielsweise biologisch abbaubare Netze, um die neapolitanischen Paprika der Sorte Papaccelle aus einem Slow Food Presidio zu verpacken. Die Verpackung wird von Hand verschlossen, ohne zusätzliche Klammern oder Materialien, und wird daher dem Kriterium der Reduktion der Komponenten gerecht. 

Der Kreuzkümmel von Alnif, ein Slow Food Presidio aus dem Südosten Marokkos, wird auf dem örtlichen Markt in Plastiktüten verkauft, die mit Klebeband verschlossen werden. Die Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt hat eine kostengünstige wiederverwertbare Verpackung entworfen. Die Erzeuger werden auch bei der Herstellung der Verpackung des Produkts miteinbezogen. 

Es wurde außerdem ein Stempel entworfen, damit die Erzeuger von Hand ihre Etiketten auf die Schachtel stempeln können. 

In Kenia, um ein anderes Beispiel zu nennen, verpackt das Lebensmittelbündnis von Bukusu das Schilfsalz aus dem Fluss Nzoia (ein Slow Food Presidio) auf ganz einfache Art und Weise, dazu umweltfreundlich und kostenlos: zwei Bananenblätter, die vor Ort gepflückt und eine Nacht lang unter heißer Asche getrocknet werden, werden zu einem Bündel gefaltet und mit einem aus den Blätter gefertigten Faden zusammengebunden. Das Salz wird so auf dem örtlichen Markt verkauft, ohne Plastiktüten oder andere Materialien zu nutzen. 

Seit 2008 benutzen die Erzeuger des roten Knoblauchs aus Nubia, einem sizilianischen Presidio, ein neues vierköpfiges Gewebe, das eine Art Häkchen zum Aufhängen bietet. 

Der Preis SlowPack 2012 legt besonderen Fokus auf Thematiken wie die Rückgewinnung traditioneller Verpackungs- und Konservierungsmethoden; die Innovation und Nachhaltigkeit von wiederverwendbaren, recycelbaren und biologisch abbaubaren Materialien, die aus hochgradig energieeffizienten Verfahren gewonnen werden; Etiketten, die nicht nur eindeutig über die Herkunft der Inhaltsstoffe und die Geschichte des Produkts Auskunft geben, sondern auch Hinweise liefern, wie man die Verpackung wieder verwenden oder entsorgen kann. 

Slow Food freut sich schon darauf, die Vorschläge der Produzenten zu präsentieren. Die Gewinner des Wettbewerbs SlowPack 2012 werden anlässlich des Salone del Gusto und Terra Madre vom 25. – 29 Oktober in Turin ausgelobt!

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